Das Gold des
vollkommenen Weihrauchs
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Der duftende
Edelstein |
Weihrauch:
Ein reinigender Stoff für Körper und Seele
Weihrauch
ist uns allen bekannt durch die Jesus-Geschichte: Die drei Weisen
aus dem Morgenland brachten ihm als Geschenke Weihrauch, Gold und
Myrrhe.
Warum
wohl? Weil Weihrauch eine der kostbarsten Pretiosen über Jahrtausende
war und auch heute noch ist, lässt man die Hektik des Tages
einmal hinter sich und übt sich in Achtsamkeit und der Konzentration
auf den Augenblick.
Seit
der Antike bis in die heutige Zeit gibt es in West und Ost wohl
keine Kultur, in der Weihrauch nicht zu kultischen und religiösen
Zeremonien Verwendung fand.
Die
Hoch-Zeit des Weihrauchs begann vor über 4000 Jahren bei den
alten Ägyptern. Er wurde vom sagenumwobenen Land Punt über
die „Weihrauchstrasse “(ähnlich der Bernstein-
und Seidenstrasse) vom Süden der arabischen Halbinsel (über
Mekka und Medina nach Petra) mit langen, stark gesicherten Karawanen
bis ans Mittelmeer herangeführt: zu den Griechen ( ab 7. Jht.v.Chr.),
den vorderarabischen Staaten und später zu den Römern
( 3.Jht.v.Chr.)gebracht, um ab dem 5. Jahrhundert nach Christus
auch bei den Christen zu religiösen Handlungen verräuchert
wurde.
Parallel
dazu entwickelte sich in Indien mit der Ayurvedamedizin und der
Verwendung bei kultischen Handlungen ein ebenso starker Gebrauch
des Weihrauchs, der den ganzen asiatischen Bereich umfasste. Diese
Tradition und Faszination ist uns bis heute noch erhalten geblieben
(siehe Räucherstäbchen).
Botanik:
Der
knorrige Weihrauchstrauch oder –baum (Boswellia), der bis zu 6m
hoch wächst, gehört zu der Gattung der Balsamgewächsen
(Burseraceae). Er gedeiht auf kargem Boden bis in eine Höhe
von ca 1000m über dem Meeresspiegel.
Herkunft
und Bezeichnungen :
Es
gibt zwei Herkunftsgebiete: Zum einen die Trockengebiete Ost-Afrikas
wie z.B. Somalia, Äthiopien und der südlichen arabischen
Halbinsel, zum anderen in Indien.
Weihraucharten:
Olibanum:
Herkunft Arabien (Boswellia carteri, Boswellia sacra)
Salai
Guggal: Indien ( Boswellia serrata)
Andere
Namen:
Ägyptisch:
sntr ( = der Göttlich machende oder Gottesduft), griechisch:
livanus ( arabische Wurzel liban), lateinisch: thus ( vom griechischen
Wort thyos für Opfer), englisch: francincense ( Stamm lateinisch:
incendere = anzünden), hebräisch: lebonah, arabisch: luban(liban)
Ernte:
Durch
mit Messern geritzte Einkerbungen am Stamm der meist wild wachsenden
Bäume tritt Harzflüssigkeit aus. Diese Tropfen ( „Schweiß
der Götter“) trocknen ob der hohen Temperatur. Mittels eines
Schabemessers werden sie vorsichtig vom Stamm entfernt.
Diese
Ernte wird 1-2-mal jährlich durchgeführt.
Jedes
Jahr werden andere Bäume geerntet, da nach der Ernte eine Ruhepause
eingelegt werden soll. Heute auch geringfügig Weihrauchbaumplantagen.
Qualität:
Je
transparenter ( weniger Rindenanteile), desto besser.
Inhaltsstoffe:
Reinharz,
Wasser, Gummianteile, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Säuren,
Pflanzenreste, Bassorin etc: Bislang wurden über 200 chemische
Verbindungen festgestellt.
Ursprüngliche
Verwendung:
Räuchermittel
: Über und in allen Städten des Altertums befand sich
eine übel riechende Dunstglocke: Geschlachtete Tiere, Abfall
und menschliche und tierische Ausscheidungen verbreiteten einen
kaum erträglichen Geruch – vor allem in den heißen Sommermonaten.
Bevor
der Weihrauch als Räuchermittel bekannt wurde, verbrannte man
allerorten Kräuter wie Thymian oder Lorbeer.
Der
Weihrauch jedoch war stärker als alle Kräuter: Sein intensiver
Geruch ließ die Menschen wieder „aufatmen“.
Da
er nicht in großen Mengen vorhanden war, wurde er ein Luxusgut:
Nur in den Familien, die es sich leisten konnten, verräucherte
man Weihrauch über der Holzkohle. Weihrauch wurde schließlich
so begehrt, dass er zum passenden Geschenk von Königen für
Könige avancierte.
Am
verschwenderischsten ging Kaiser Nero mit dem duftenden Baumharz
um: Anlässlich der Bestattung seiner Frau Poppaea soll er mehr
als eine Jahresernte in Rom verräuchert haben!
Auch
im übertragenen Sinne erfüllt Weihrauch beste Zwecke:
Mit seinem Rauch soll Weihrauch böse, missgünstige Geister
oder negative Schwingungen vertreiben, somit die Luft reinigen und
neutralisieren. Der Rauch des Weihrauchs soll ebenso Reisende unter
seinen Schutz stellen.
Katholische
Kirche: Am 6. Januar (Heilig-Drei-König-Tag) wird heute noch
in christlichen Häusern geräuchert: Haus und Stall sollen
gereinigt werden von allem Bösen.
Kultische
Räucherungen : Weihrauch gilt von alters her als „Transportmittel
für Opfergaben und Gebete“. Mittels des Rauches sollten die
Gebete und Wünsche in die göttlichen Reiche aufsteigen,
um dort Erhörung zu finden. So in jüdischen Tempeln, siehe
Altes Testament.
Die
Christen wehrten sich anfänglich gegen eine Weihräucherung
wegen des Einwandes, dass Weihrauch nur eine Äußerlichkeit
darstellt(während der Christenverfolgung mussten gefasste Christen
ihrem Glauben abschwören und wurde „Thurificati“ genannt: Die,
die den Weihrauch opfern. Nach und nach wurde er aber bei Leichenverbrennungen
wieder eingesetzt und ab dem 5. Jht.n.Chr. ist der Weihrauch aus
der christlichen Liturgie nicht mehr wegzudenken.
Die
Chinesen räuchern ebenso stark, wenn sie das I-Ging befragten.
Und
auch bei der Teufelsaustreibung flieht der Teufel den Geruch des
Weihrauchs.
Kosmetikum
: Als Bestandteil in Kosmetikprodukten (Parfüm: auch heute
noch in zahlreichen Duftnoten vorhanden), Salben, Körperölen
und Enthaarungsmitteln und fand Weihrauch Verwendung. Ebenso in
Einbalsamierungsmitteln ist Weihrauch wesentlicher Bestandteil.
Griechenland
hat eine lange und intensive Beziehung zu Weihrauch, denn
sie haben ein eigenes Baumharz, das dem Weihrauch sehr ähnlich
ist: Den Mastix . Er kommt nur auf der Insel Chios
vor, wird dort gewonnen und in vielen Produkten eingesetzt: Man
denke nur an den Harzwein „Retsina“! Aber auch als Pulver für
Magenunstimmigkeit, als ätherisches Öl in sehr teueren
Kosmetika und in Seifen wird es eingesetzt.
Historisches
Heilmittel : Wie erwähnt hat Weihrauch sehr frühzeitig
in die ganzheitliche Medizin des Ayurveda Einzug
gehalten.
Anwendungsgebiete
hier: Lösung von Husten und Schnupfen, zur Beruhigung und Schmerzstillung,
Desinfizierung und Reinigung von Wunden, Anregung bei geistiger
Erschöpfung und zur Bekämpfung von Magenerkrankungen.
Von
Hippokrates ist bekannt, dass er seinen Patienten ebenso den Weihrauch
als probates Heilmittel (entzündungshemmend und desinfizierend)
in Form von Salben, Pulvern, Inhalationen und Umschlägen empfahl.
Die
kämpferischen Römer hatten beobachtet, dass Weihrauch
auf Wunden aufgetragen, diese besser und schneller heilen ließ.
Auch
im Abendland wurde Weihrauch in diversen Medizinen eingesetzt. Um
nur einige Vertreter zu nennen: Galen, Hildegard v. Bingen (Weihrauchküchlein!)
Aromatherapie
Düfte
beeinflussen unser Gemüt und unsere Stimmungen. Der Duft wird
über die Nase aufgenommen, über das Lymbische System im
Gehirn verarbeitet, und dieses steuert durch Ausschüttung von
Hormonen unsere Gefühlswelt.
Dabei
gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr: Duftstoffe kurz über
der Wahrnehmungsgrenze sollen wesentlich effektiver auf die Seele
wirken.
Die
Einatmung der vom Weihrauch ausströmenden Stoffe soll unser
Gefühlsleben beruhigen, konzentrieren und stimulieren.
Ein
paar Tropfen Weihrauchöl ins Wasser der Aromaduftlampe, das
Einatmen von Weihrauchöl oder die freiwerdenden Düfte
aus der Weihrauchkerze: Attribute der Entspannung
Weihrauch
heute?
Über
die Wirkung des Weihrauchs streiten sich die Geister:
Die
einen vertreten die Meinung, dass der Synergieeffekt,
nämlich die Kombination aus den verschiedenen natürlichen
chemischen Verbindungen, einen heilenden Effekt auf verschiedene
Krankheitsbilder ausüben.
Von
ausschlaggebender Bedeutung für die Wirksamkeit der Einzelbestandteile
soll jedoch die Art der Herstellung eines Weihrauchproduktes sein.
Die
anderen haben in langjährigen Versuchsreihen versucht
den Weihrauch in seine Einzelbestandteile aufzuspalten. Dabei ist
man auf die Boswellia-Säuren gestoßen, denen man eine
entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaft zuweist.
Problem:
Heilmittel oder Kosmetikum
Das
große Problem hier bei ist, dass man beim Weihrauch noch keine
Standardisierung einführen konnte.
Weihrauch
ist ein Naturprodukt . Jeder Baum nimmt über
seinen Boden ganz andere Mineralien auf, dh die Konzentration der
einzelnen Wirkstoffe differiert. Siehe weiterführende Literatur.
Um
als Heilmittel zugelassen zu werden, muß jedoch in jeder einzelnen
Tablette nicht nur das Gewicht des Pulvers gleich, sondern auch
die Konzentration der einzelnen Wirkstoffe immer dieselbe sein.
Beim
Kosmetikum sind die Voraussetzungen nicht so streng: Hier ist nachzuweisen,
dass sich der Auszug aus dem Weihrauch in einer bestimmten Bandbreite
im Endprodukt vorhanden sein müssen. In nachfolgenden Tests
ist dann nachzuweisen, dass die Kombination der eingesetzten Mittel
dem Menschen nicht schädlich ist bzw. keine allergischen Reaktionen
auftreten.
Daher
können wir auf unseren Seiten auch keine Heilwirkung ausloben.
Probieren Sie Weihrauch an sich selbst aus und erfahren selbst das
vielbeschriebene Geheimnis des mythischen Weihrauchs.
Weitere
Fakten über Weihrauch:
Weihrauch wird in der Bibel 22 mal erwähnt
Andere Räuchermittel als Weihrauch bei den alten Juden unter
Todesstrafe standen.
Die alten Römer stuften den Weihrauch als „lebensnotwendigen
Bedarf“ ein.
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